PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 künstlich hergestellten Chemikalien, die seit den 1940er-Jahren wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden sowie schaumbildenden und hitzebeständigen Eigenschaften eingesetzt werden. Sie finden sich unter anderem in beschichteten Pfannen (z. B. mit Polytetrafluorethylen, kurz PTFE, u.a. auch unter dem Handelsnamen „Teflon®“ bekannt), Outdoor-Textilien, Lebensmittelverpackungen und Feuerlöschschäumen.
Viele PFAS sind persistent, bioakkumulativ und weltweit in Umweltmedien sowie im Menschen, in Tieren und in Pflanzen nachweisbar („Ewigkeitschemikalien“). Bestimmte Einzelsubstanzen können nachweislich mit gesundheitlichen Risiken wie Stoffwechselstörungen, immunologischen und hormonellen Effekten (endokrine Disruptoren) und einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden. Generell wird derzeit von starken gesundheitsschädlichen Auswirkungen dieser Stoffgruppe auf Mensch und Tier ausgegangen. Seit 2024 gelten daher in der EU strenge Regulierungen für die Herstellung und den Einsatz von PFAS.
Regulierungen und Verbote von Substanzen der PFAS-Stoffklasse werden zunehmend ausgeweitet und verschärft. Neben dem ausdrücklichen Verbot der Herstellung, Einfuhr und Verwendung einzelner PFAS (REACH-Verordnung, POP-Verordnung) traten mit der sogenannten Trinkwasserrichtlinie (EU 2020/2184) mit Januar 2026 europaweit verpflichtende PFAS-Grenzwerte in Trinkwasser in Kraft. Durch die EU-Verordnung 2025/40 sind mit August 2026 erstmals auch PFAS-Grenzwerte in Lebensmittelkontaktverpackungen verbindlich geregelt und bereits seit 2023 gelten in der EU Höchstgehalte für PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS und für die Summe dieser 4 PFAS in Lebensmitteln (EU 2023/915). Aufgrund des Einbringens von Substanzen der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen in die Abfallwirtschaft durch Abfälle von Produkten, industriellen Reststoffen und vielen mehr regelt auch der Bundes-Abfallwirtschaftsplan seit 2023 die Kontaminationsgrade von PFAS mit Grenzwerten in den jeweiligen Qualitätsklassen (A1, A2 und A2-G), welche im Bereich der Rekultivierung, Schüttung und Schüttung im Grundwasserbereich eingesetzt werden. Seit dem 01. Jänner 2026 sind die bisherigen Untersuchungen auf jene Stoffklasse bei der Qualitätsklasse A2-G bereits verpflichtend, während die restlichen Qualitätsklassen nur bei Verdacht zu untersuchen sind. Die derzeit gültige Deponieverordnung 2008 idgF beinhaltet keine Grenzwerte und Deponierungsmöglichkeiten für die Ewigkeitschemikalien, ist jedoch in Überarbeitung und wird damit auch auf diese Thematik reagieren, sodass Untersuchungen bald nicht mehr nur bei Verdachtsflächen durchzuführen sind.
Bereits 2021 erreichten wir als erstes Untersuchungslabor in Österreich die Akkreditierung für die Analytik von PFAS in Wasserproben und sind ebenfalls akkreditiert für die Analytik von PFAS in festen Matrices, wie Böden, Klärschlamm, Gülle, Dünger und Kompost. Erfolgreiche Teilnahmen an Ringversuchsprogrammen (Probenahme und Analytik) für die Emission von PFAS aus stationären Quellen qualifiziert uns außerdem für zuverlässige Ergebnisse bei der Bestimmung von PFAS in der Abluft von Verbrennungsanlagen (entsprechend EPA OTM-45).
Unsere langjährige Erfahrung im Bereich der PFAS-Analytik bringen wir in zahlreichen Normausschüssen und Expertengruppen ein und sind dadurch für Sie als Kunden stets auf dem neuesten Stand der technischen und regulatorischen Entwicklungen, um Sie jederzeit bestmöglich bei der Einhaltung und Umsetzung gesetzlicher Vorgaben unterstützen zu können.
- VDI NA 134-04-02-13 UA „Messen von PCDD/PCB/POPs/PFAS“
- CEN/TC 264 / WG 48 “Emissions and ambient air – Determination of PFAS”
- Analytikplattform ÖWAV
- Austrian Standards Komitee 140 Wasserqualität
Leistungsspektrum:
- Wir verweisen auf unsere aktuellen Akkreditierungsumfänge nach DIN 38407-42 (Abfrage Unternehmen) und DIN 38414-14 (Abfrage Unternehmen) und bieten Ihnen PFAS-Analysen in folgenden Matrices an:
- Trink-, Grund- und Oberflächenwasser
- Brauchwasser, Rohwasser
- Eluate, Abwasser
- Boden, Sediment, Schlamm
- Klärschlamm, Kompost, Dünger
- Abfall
- Lebensmittel und Futtermittel
- Kosmetika und Lifestyle-Produkte
- Technische Produkte und Materialien, Textilien
- Abluft – Emission – Immission und Raumluft
- Weitere Matrices auf Nachfrage
Parameterumfänge:
BAFU (CH)
Perfluorbutansäure (PFBA), Perfluorpentansäure (PFPeA), Perfluorhexansäure (PFHxA), Perfluorheptansäure (PFHpA), Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluorbutansulfonsäure (PFBS), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS).
EU20 (z.B. Trinkwasser, Bundesabfallwirtschaftsplan)
Perfluorbutansäure (PFBA), Perfluorpentansäure (PFPeA), Perfluorhexansäure (PFHxA), Perfluorheptansäure (PFHpA), Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluordecansäure (PFDA), Perfluorundecansäure (PFUnDA), Perfluordodecansäure (PFDoDA), Perfluortridecansäure (PFTrDA), Perfluorbutansulfonsäure (PFBS), Perfluorpentansulfonsäure (PFPeS), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), Perfluorheptansulfonsäure (PFHpS), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), Perfluornonansulfonsäure (PFNS), Perfluordecansulfonsäure (PFDS), Perfluorundecansulfonsäure (PFUnDS), Perfluordodecansulfonsäure (PFDoDS), Perfluortridecansulfonsäure (PFTrDS).
Erweiterung EU20plus
Umfang wie EU20, plus:
Perfluortetradecansäure (PFTeDA), Perfluoroctansulfonamid (PFOSA), 1H,1H,2H,2H-Perfluoroctansulfonsäure (6:2-FTS), 2H,2H,3H,3H-Perfluorundecansäure (8:3-FTCA), 7H-Perfluorheptansäure (7H-PFHpA).
OTM45 (z.B. Emission)
Perfluorbutansäure (PFBA), Perfluorpentansäure (PFPeA), Perfluorhexansäure (PFHxA), Perfluorheptansäure (PFHpA), Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluordecansäure (PFDA), Perfluorundecansäure (PFUnDA), Perfluordodecansäure (PFDoDA), Perfluortridecansäure (PFTrDA), Perfluortetradecansäure (PFTeDA), Perfluorhexadecansäure (PFHxDA), Perfluoroctadecansäure (PFODA), Perfluorbutansulfonsäure (PFBS), Perfluorpentansulfonsäure (PFPeS), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), Perfluorheptansulfonsäure (PFHpS), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), Perfluornonansulfonsäure (PFNS), Perfluordecansulfonsäure (PFDS), Perfluordodecansulfonsäure (PFDoDS), Perfluoroctansulfonamid (PFOSA), N-Methylperfluoroctansulfonsäureamid (N-MeFOSA), N-Ethylperfluoroctansulfonsäureamid (Sulfluramid; N-EtFOSA), N-Methylperfluoroctansulfonamidoethanol (N-MeFOSE), N-Ethylperfluoroctansulfonamidoethanol (N-EtFOSE), N-Methylperfluoroctansulfonamidoessigsäure (N-MeFOSAA), N-Ethylperfluoroctansulfonamidoessigsäure (N-EtFOSAA), 1H,1H,2H,2H-Perfluorhexansulfonsäure (4:2-FTS), 1H,1H,2H,2H-Perfluoroctansulfonsäure (6:2-FTS), 1H,1H,2H,2H-Perfluordecansulfonsäure (8:2-FTS), 1H,1H,2H,2H-Perfluordodecansulfonsäure (10:2-FTS), 2H-Perfluor-2-octensäure (6:2-FTUCA; FHUEA), 2H-Perfluor-2-decensäure (8:2-FTUCA; FOUEA), (Perfluorhexyl)essigsäure (6:2-FTCA; FHEA), (Perfluoroctyl)essigsäure (8:2-FTCA; FOEA), (Perfluordecyl)essigsäure (10:2-FTCA; FDEA), 2H,2H,3H,3H-Perfluorhexansäure (3:3-FTCA), 2H,2H,3H,3H-Perfluoroctansäure (5:3-FTCA), 2H,2H,3H,3H-Perfluordecansäure (7:3-FTCA), 4,8-Dioxa-3H-Perfluornonansäure (DONA; ADONA), 2,3,3,3-Tetrafluoro-2-(heptafluoropropoxy)propansäure (GenX; HFPO-DA), 9-Chlorhexadecafluor-3-oxanonan-1-sulfonsäure (9Cl-PF3ONS; F-53B Major), 11-Chloreicosafluor-3-oxaundecan-1-sulfonsäure (11Cl-PF3OUdS; F-53B Minor), Nonafluor-3,6-dioxaheptansäure (NFDHA), Perfluor(2-ethoxyethan)sulfonsäure (PFEESA), Perfluor-4-methoxybutansäure (PFMBA), Perfluor-3-methoxypropansäure (PFMPA), Decafluor-4-(pentafluorethyl)cyclohexansulfonsäure) (PFecHS).
Erweiterung OTM45plus (z.B. Emission, Abfälle, Boden, Abwässer, Trinkwasser, Fließgewässer)
Umfang wie OTM45, plus:
Trifluoressigsäure (TFA), Perfluorpropansäure (PFPrA), Perfluorethansulfonsäure (PFEtS), Perfluorpropansulfonsäure (PFPrS), Perfluorundecansulfonsäure (PFUnDS), Perfluortridecansulfonsäure (PFTrDS), Perfluoroctansulfonamidoessigsäure (PFOSAA), 6:2-Fluortelomerphosphatdiester (6:2-diPAP), 8:2-Fluortelomerphosphatdiester (8:2-diPAP), Bis(2-perfluoroctylsulfonyl-N-ethylaminoethyl)phosphat (diSAmPAP), 2H,2H,3H,3H-Perfluorundecansäure (8:3-FTCA), 7H-Perfluorheptansäure (7H-PFHpA), Capstone A, Capstone B, Perfluoro(2-[5-methoxy-1,3-dioxolan-4-yloxy]acetic acid) (C6O4), Lithium-triflimid (HQ-115).
Fluortelomeralkohole (z.B. Trinkwasser, Abfälle, Boden, Abwässer, Fließgewässer)
4:2-Fluortelomeralkohol (4:2-FTOH), 6:2-Fluortelomeralkohol (6:2-FTOH), 8:2-Fluortelomeralkohol (8:2-FTOH), 10:2-Fluortelomeralkohol (10:2-FTOH).
TOP-Assay (z.B. Eluate, Abwässer, Fließgewässer)
Perfluorbutansäure (PFBA), Perfluorpentansäure (PFPeA), Perfluorhexansäure (PFHxA), Perfluorheptansäure (PFHpA), Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluordecansäure (PFDA).
Probenahme
- Gemäß Deponieverordnung 2008 idgF und Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2023 (anlehnend an S2126:2016 und S2127 idgF)
- Trinkwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer, Abwässer
- Emission aus stationären Quellen – Abluft: OTM45, modifiziert, VDI-EE 3499-5 (in Ausarbeitung)
Warum unser Labor?
- Akkreditierte Verfahren und validierte Methoden
- Große Anzahl an Analyten
- Langjährige Erfahrung in verschieden Matrices von Luft bis Abfälle
- Hohe Empfindlichkeit bis in den Spurenbereich
- Kurze Durchlaufzeiten und transparente Kommunikation
- Individuelle Beratung von der Probenahme bis zur Ergebnisinterpretation
Ob Routineuntersuchung, Screening oder spezielle Fragestellung – wir beraten Sie gerne zu Ihrer PFAS-Analytik und erstellen Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot.
