Legionellenprophylaxe

Seit 1976 werden Bakterien der Gattung Legionella mit schweren Lungenentzündungen und künstlichen Wassersystemen in Zusammenhang gebracht. So wurde von der WHO festgestellt, dass von allen in der europäischen Union durch Wasser übertragbare Krankheitserreger von Legionellen die stärkste Gesundheitsgefährdung ausgeht. Die häufigste Form der Übertragung ist die Inhalation von legionellenhaltigen Aerosolen, die durch Wasserstrahlen oder Wassernebel entstehen. Als Infektionsquelle kommen grundsätzlich sämtliche wasserführende Systeme mit einer Aerosolbildung, wie beispielsweise Trinkwasserinstallationen mit Duschen/Badewannen, Whirlpools, Dampfsauna, Autowaschanlagen, lüftungstechnischen Anlagen oder Kühltürme in Frage. Daher werden die EU-Mitgliedstaaten, durch die im Januar 2021 in Kraft getretene Europäische Trinkwasserrichtlinie, aufgefordert, einen festgelegten Grenzwert für Legionellenkonzentrationen in Hausinstallationen bis 2023 in der Gesetzgebung zu verankern.

Legionellen sind Umweltbakterien, welche in sehr geringer Konzentration auch im Trinkwasser vorkommen. So gelangen sie über das Trinkwasserverteilnetz in trinkwasserführende Hausinstallationen und technische Anlagen. Unter günstigen Lebensbedingungen können sich die Bakterien zu hohen Konzentrationen vermehren und stellen bei Aerosolbildung eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen dar. Eine nachweisliche Infektion mit Legionellen aus einer Anlage kann für den Anlagenbetreiber eine behördliche Sperrung, hohe Kosten sowie einen Imageverlust bedeuten.

Ziel einer erfolgreichen Legionellenprophylaxe ist es Planer, Installationsbetriebe sowie Anlagenbetreiber bzw. Anlagenverantwortliche bei einer normkonformen (gemäß Stand der Technik) Errichtung, Sanierung und Betriebsweise der Anlage zu unterstützen, um einer erhöhten Legionellenbelastung im Sinne der Verkehrssicherungspflicht präventiv entgegenzuwirken. Denn grundsätzlich gilt, wer eine Gefahrenquelle schafft, hat auch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu setzen.

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